Heilsame Verbindung

zwischen Pferd und Mensch

Pferde für Menschen-

Menschen für Pferde

In meiner Arbeit als Reittherapeutin für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen habe ich viele Erfahrungen sammeln dürfen, wie heilsam das Reiten und das Zusammensein mit den Pferden für die Menschen sein kann.

Ich konnte beobachten, wie Entwicklungen bei den Kindern stattfanden, die keiner für möglich gehalten hatte.
Ich konnte kleine Menschen dabei beobachten, wie sie bei den Pferden aufblühten und Erfahrungen machen durften, die ihnen sonst verschlossen geblieben wären.

Die Arbeit mit den Pferden war erfolgreich, die Kinder samt Eltern und Erzieher waren begeistert und zufrieden.

Und doch stimmte es nach einiger Zeit nicht mehr für mich.

Den Therapiepferden, mit denen ich arbeiten durfte,fehlte zunehmend die Lebensfreude.

Einige zeigten ihren Unmut und wurden "verhaltensauffällig", andere waren einfach geistig "weggetreten" während ihrer Arbeit.
Sie hatten Rückenschmerzen, knirschten mit den Zähnen oder zeigten unspezifische Lahmheiten.

Mir selber machte die Arbeit immer weniger Spaß, ich hatte keine Lust mehr auf die Klienten, und die Zeit, die ich brauchte, um den Pferden wieder Lebensfreude und ein kleines bißchen Spielfreude und Motivation zu entlocken, nahm stetig zu.

Kurzum, die Therapiepferde zeigten alle Anzeichen eines "Burnouts", und ich wollte und konnte so nicht mehr weiterarbeiten und beendete meine Arbeit als Reittherapeutin.

Seit dieser Zeit suche ich nach Wegen, wie sich Menschen und Pferde gegenseitig gut tun können ohne dass Pferde ihre Grenzen überschreiten müssen.

Die "klassische" Reittherapie habe ich weitestgehend aufgegeben, meine eigenen Pferde jedoch arbeiten als Coachingpferde bei Seminaren und Einzelterminen. Diese Art der Arbeit lieben sie, aber nach einem Seminarwochenende sind sie trotzdem erschöpft und brauchen einen Ausgleich.

Was also können wir den Pferden zurückgeben?
Pferde lieben es zu spielen statt nur über Druck zu lernen. Pferde lieben Körperarbeit. Pferde brauchen Abwechslung und innere Motivation.

Und natürlich brauchen sie eine möglichst pferdegerechte Haltungsform, Sicherheit in ihrer Herde, angepasste Fütterung, gesunde Hufe etc. etc...
Ich bin ständig dabei, mich in all diesen Bereichen weiterzubilden und dieses Wissen ganz praktisch an interessierte Pferdemenschen weiterzugeben,insbesondere an Menschen, deren Pferde "einem Beruf nachgehen". Das ist mein Ausgleich an die Pferde.

In meiner Jahresgruppe möchte ich diese beiden Bereiche meiner Arbeit zusammenbringen. Die Pferde helfen uns dabei, uns selbst zu erkennen und weiterzuentwickeln. Sie lehren uns Gegenwärtigkeit, Authentizität und Präsenz. Wir dagegen zeigen den Pferden unsere Welt. Wir können mit ihnen spielen, ihre Verspannungen lockern, ihre Hufe korrekt bearbeiten und ihnen Spaß an der Menschenwelt beibringen.

Die Pferde auf dem Holderhof haben alle eine besondere Geschichte. Ich habe sie nicht danach ausgesucht, es hat sich einfach so ergeben.

Ich betrachte sie als "Wounded Healer", als "verletzte Heiler", die aufgrund ihrer holprigen oder auch leidvollen Vorgeschichte zu ganz ausgerägten Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten herangereift sind, und die vielleicht nicht zuletzt genau aus diesem Grund ganz besonders gute und weise Lehrer für uns sein können.

Judith Stromeyer,
Diplomagraringenieurin und GesundheitspraktikerinBfG



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